Eine praktische Struktur für dein Mediakit, mit der Marken schneller entscheiden können: Zielgruppe, Content-Beispiele, Preispakete und aussagekräftige Kennzahlen jenseits der Followerzahl.
Ein Influencer-Mediakit, auf das Marken antworten, beantwortet schnell vier Fragen: Welche Zielgruppe erreichst du? Welche Content-Formate beherrschst du besonders gut? Welche Ergebnisse hast du bereits erzielt? Und wie arbeitest du? Marken erhalten laufend Kooperationsanfragen. Auf ein schlichtes „Hallo, ich würde gerne mit euch zusammenarbeiten“ kommt selten eine Antwort, weil die entscheidende Person nichts hat, woran sie die Anfrage bewerten kann. Ein Mediakit ist das kurze, professionelle Verkaufsdokument, das diese Lücke schließt.
Bei einem guten Mediakit geht es weniger darum, deine Geschichte zu erzählen, als der Marke die Entscheidung zu erleichtern. Die folgenden Abschnitte zeigen dir, wie du es aufbaust.
Warum ein Mediakit 2026 wichtiger ist denn je
Mit der Creator Economy wächst auch der Wettbewerb. Ein häufiges Thema in Creator-Reports für 2026 ist, dass es schwieriger wird, sichtbar zu werden, während Marken über die Followerzahl hinaus auf Vertrauen, Zielgruppenpassung und messbare Ergebnisse achten.
Deshalb sollte ein Mediakit nicht länger nur ein „Werbe-PDF“ sein. Sieh es als kompakte Leistungsübersicht. Die Marke sollte danach denken: „Diese Person weiß, wen sie anspricht, kann mitdenken, wie unsere Marke präsentiert wird, und wird die Zusammenarbeit professionell umsetzen.“
Was auf die erste Seite gehört
Die erste Seite sollte sich schnell überfliegen lassen. Verwende diese Abschnitte:
- Name, Handle, Stadt und Nische
- Ein kurzer Positionierungssatz
- Plattformen und wichtigste Kennzahlen
- Demografische Merkmale deiner Zielgruppe
- Deine drei stärksten Content-Formate
- Kontaktdaten und Link zu deinem Profil auf Influencer Marketplace
Beispiel für einen Positionierungssatz:
„In Istanbul ansässige Micro-Creatorin mit praktischen Hautpflegetipps und alltagstauglichen Style-Ideen für berufstätige Frauen. Besonders stark in Reels und gesprochenen Formaten mit persönlichen Produkterfahrungen.“
Dieser Satz sagt deutlich mehr als „Ich bin Lifestyle-Influencerin“. Er zeigt einer Marke, wer deine Zielgruppe ist, bei welchem Problem du hilfst und welche Formate sie buchen kann.
Zeige die Kennzahlen, die für Marken wirklich zählen
Marken achten nicht nur auf die Followerzahl. Nimm diese Kennzahlen auf:
| Kennzahl | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Durchschnittliche Reel-Aufrufe | Zeigen die tatsächliche Reichweite deiner Inhalte |
| Durchschnittliche Story-Aufrufe | Sind ein Indikator für eine loyale Zielgruppe |
| Engagement-Rate | Zeigt, wie stark die Verbindung zu deiner Zielgruppe ist |
| Speicherungen und geteilte Inhalte | Zeigen den praktischen Mehrwert deiner Inhalte |
| Städte deiner Zielgruppe | Zeigen, ob deine Zielgruppe zu lokalen Kampagnen passt |
| Alters- und Geschlechterverteilung deiner Zielgruppe | Zeigt, ob deine Zielgruppe zur Zielgruppe der Marke passt |
Schöne deine Kennzahlen nicht. Marken erkennen minderwertiges Engagement inzwischen schneller, und ehrliche Daten sind für eine langfristige Partnerschaft mehr wert. Datierst du deine Screenshots und verwendest aktuelle Zeiträume, kann eine Marke den Angaben vertrauen.
So wählst du deine Content-Beispiele aus
Nur deine Inhalte mit den meisten Aufrufen aufzunehmen, reicht nicht. Marken möchten ein breites Spektrum an Fähigkeiten sehen. Diese vier Beispiele ergänzen sich gut:
- Authentische Produkterfahrung: zeigt, wie du ein Produkt in den Alltag integrierst.
- Informative Inhalte: zeigen deine Expertise und deine Fähigkeit, nützliche Inhalte zu erstellen.
- Storytelling: zeigt, wie gut du Zuschauerinnen und Zuschauer bei der Stange halten kannst.
- Kaufanregender Content: zeigt, wie du auf Einwände eingehst.
Füge zu jedem Beispiel eine kurze Notiz hinzu, zum Beispiel „Dieses Video erreichte innerhalb von 48 Stunden 62.000 Aufrufe“ oder „Die Klickrate auf den Story-Link lag über meinem bisherigen Durchschnitt“. Eine Notiz zum Ergebnis macht aus einem schönen Beispiel einen Beleg.
Halte deine Pakete einfach
Marken lesen keine komplizierten Preislisten. Drei klare Pakete reichen aus:
| Paket | Inhalte | Zweck |
|---|---|---|
| Erfahrungspaket | 1 Reel + 3 Stories | Vorstellung eines neuen Produkts |
| Launch-Paket | 2 Reels + 5 Stories + Link-Sticker | Traffic und Conversions |
| UGC-Paket | 3 Kurzvideos + Rohdateien | Markenaccount und Werbemittel |
Du musst deine Preise nicht immer veröffentlichen. Wenn du aber schreibst „Pakete werden auf Grundlage des Briefings kalkuliert“, kann es sich lohnen, ein Mindestbudget anzugeben, um schneller Antworten zu erhalten. Weise Nutzungsrechte für Werbung separat vom Paketpreis aus, damit die Marke weiß, wofür sie bezahlt. Unser Ratgeber So legst du als Influencer deine Preise fest hilft dir bei der Preisgestaltung.
Pitch-Ideen für die Marke
Beende dein Mediakit mit einem Abschnitt namens „Content-Ideen, die zu deiner Marke passen könnten“ und passe ihn für jeden Pitch individuell an.
Wenn du zum Beispiel eine Hautpflegemarke ansprichst:
- „5-Minuten-Routine für einen frischen Teint nach der Arbeit“
- „3 Fehler, die Menschen mit empfindlicher Haut bei der Produktauswahl machen“
- „Eine Woche Anwendung: der Unterschied zwischen morgens und abends“
So bist du nicht mehr nur jemand, der Werbefläche verkauft, sondern ein Creator, der sich mit dem Geschäft der Marke auseinandersetzt.
Häufige Fehler
- Das Dokument auf 15 Seiten ausdehnen
- Nur schöne Fotos aufnehmen
- Keine Daten zur Zielgruppe teilen
- Veraltete Kennzahlen oder Screenshots ohne eindeutiges Datum verwenden
- Nutzungsrechte für Werbung nicht vom Paketpreis trennen
- Allen dasselbe Dokument schicken, ohne die Passung zur Marke zu erklären
Häufig gestellte Fragen
Was sollte ein Influencer-Mediakit enthalten?
Eine übersichtliche erste Seite mit deinem Namen, Handle, deiner Stadt, Nische, einem Positionierungssatz, deinen Plattformen, wichtigen Kennzahlen, demografischen Merkmalen deiner Zielgruppe, deinen stärksten Formaten und deinen Kontaktdaten. Ergänze sie um vier Content-Beispiele, einfache Pakete und individuell auf die Marke zugeschnittene Content-Ideen.
Wie lang sollte ein Mediakit sein?
Kurz genug, um es schnell zu lesen. Ein 15-seitiges Dokument ist ein häufiger Fehler: Marken möchten die wichtigsten Informationen auf der ersten Seite und danach einige gezielte Abschnitte sehen.
Sollte ich Preise in mein Mediakit aufnehmen?
Das ist nicht zwingend erforderlich. Wenn du lieber für jedes Briefing ein individuelles Angebot erstellst, hilft ein Mindestbudget Marken dabei, schneller zu antworten. In jedem Fall solltest du Nutzungsrechte für Werbung separat vom Paketpreis ausweisen.
Welche Kennzahlen sind für Marken am wichtigsten?
Durchschnittliche Reel- und Story-Aufrufe, Engagement-Rate, Speicherungen und geteilte Inhalte, Städte deiner Zielgruppe sowie deren Alters- und Geschlechterverteilung. Ehrliche, aktuelle Daten sind wichtiger als eine hohe Followerzahl.
Ein überzeugendes Mediakit ist das professionelle Gedächtnis eines Creators: Es hilft Marken, schneller zu entscheiden, vereinfacht Verhandlungen und zeigt, dass du die Partnerschaft ernst nimmst. Wenn du deine Social-Media-Accounts, Kategorien und Arbeitsproben auf Influencer Marketplace aktuell hältst, wird dein Mediakit noch aussagekräftiger. Erstelle oder aktualisiere dein Creator-Profil und zeige Marken, dass du zuverlässig arbeitest – nicht nur, wie viele Follower du hast.